Lobbe Rügen Urlaub

Lobbe

Lobbe ist ein zur Gemeinde Middelhagen gehörendes Dorf auf der im Südosten der Ostseeinsel Rügen gelegenen Halbinsel Mönchgut.

Das Dorf liegt südöstlich von Middelhagen an der Landstraße in Richtung Thiessow im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Östlich von Lobbe erstreckt sich die Ostsee. Am Ufer befindet sich als Kap der Lobber Ort, vor dem als Findling der Fritz-Worm-Stein im Wasser liegt. Nur etwas westlich des Dorfs erstreckt sich die zum Greifswalder Bodden gehörende Hagensche Wiek. Nördlich der Ortslage befindet sich der von deutlichen Verlandungstendenzen betroffene Große Lobber See. Noch weiter nördlich lag der bereits verlandete Kleine Lobber See. Markant ist das nordwestlich gelegene technische Denkmal Windschöpfwerk Lobbe.

In der Vergangenheit lebten die Bewohner des Orts im Wesentlichen vom Fischfang. Heute dominiert jedoch der Tourismus. Im Ort bestehen diverse Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe. In einer Fischerhütte in Lobbe traf am 2. November 1990 die sich damals um ein Bundestagsdirektmandat bewerbende Angela Merkel (CDU) auf mehrere Lobber Fischer. Eine Fotografie dieses Treffens wurde später als typisches Motiv für die ersten politischen Schritte der späteren Bundeskanzlerin bekannt. 2009 wurde das Treffen in der gleichen Hütte wiederholt, wobei jedoch keiner der Fischer mehr seinem ursprünglichen Beruf nachging.

Insel Ruegen - Klein Zicker berge

Windschöpfwerk Lobbe

ist ein denkmalgeschütztes Windschöpfwerk bei Lobbe auf der zu Rügen gehörenden Halbinsel Mönchgut. Es befindet sich östlich der von Middelhagen nach Lobbe führenden Landstraße.

Es wurde etwa um 1920, nach anderen Angaben bereits 1900 als sogenannter Langsamläufer erbaut und diente zum Abschöpfen von Wasser. Die Grün- und Röhrichtflächen rund um den Großen Lobber See wurden damit entwässert. Die Höhe der Windachse beträgt 14 Meter, der Durchmesser der Windrose 9,9 Meter. Mit Hilfe der Windkraft wurde eine archimedische Schraube betrieben, die das Wasser aus dem zu entwässernden Areal empor förderte. Das Einzugsgebiet betrug etwa 5 km², wobei die eingedeichte Polderfläche 2,6 km² betrug. Durch die so erfolgte Entwässerung des Gebiets wurde eine landwirtschaftliche Nutzung möglich.

Das Schöpfwerk Lobbe wurde 1955 außer Betrieb genommen. Es erfolgte dann der Einsatz elektrisch betriebener Pumpen. Die heute eingesetzte verfügt über einen Motor mit 37 kW und kann in der Stunde bis zu 3150 m³ Wasser fördern.

1987/88 rekonstruierte der VEB Meliorationskombinat Rostock, Betriebsteil Gingst, das Windschöpfwerk, wodurch es als letztes der ursprünglich etwa 33 zwischen 1900 und 1965 auf Rügen gebauten Windschöpfwerke erhalten blieb. 1997 erfolgte eine Restaurierung.